Emilie Kassowitz

Namen und Abkürzungen
Kassowitz, Julie Emilie (Ehename)
Rosenthal, Julie Emilie (Geburtsname)
Geburtsjahr
4.11.1854, Wien
Todesjahr
28.05.1938, Wien
Berufe und Tätigkeiten
Vereinsfunktionärin, Publizistin

Funktionen und Mitgliedschaften

Verein abstinenter Frauen, Wien Präsidentin, Gründerin

Biografie

Emilie Kassowitz ist mit dem Kinderarzt Max Kassowitz verheiratet, mit dem sie fünf Kinder hat. Sie und später auch ihre Tochter Julie Schall-Kassowitz widmen sich dem Kampf gegen den Alkoholismus. Ihre zweite Tochter ist die Wirtschaftswissenschaftlerin Toni Stolper, die Mitglied des Neuen Wiener Frauenklubs ist und sich im Verein Settlement engagiert.

Gemeinsam mit Amelie von Langenau gründet Emilie Kassowitz 1902 den Verein abstinenter Frauen in Wien, den sie von 1903 bis 1907 und von 1925 bis 1937 als Präsidentin leitet. Sie wird vielfach geehrt und 1936 mit dem Goldenen Verdienstkreuz der Republik Österreich ausgezeichnet.

Österreichisches biographisches Lexikon

Helga Hofmann-Weinberger

Lexikon

biografiA

Kassowitz Julie (Emilie), geb. Rosenthal, Schall-Kassowitz; Frauenrechtsaktivistin
Geb. Wien, 4. 11. 1854
Gest. Wien, 28. 5. 1938
LebenspartnerInnen, Kinder: 1876 Heirat mit Max Kassowitz (1842–1913), Kinderarzt und Universitätsprofessor; Töchter: Toni Kassowitz (1890 –1988), verh. Stolper, Wirtschaftswissenschafterin und Journalistin; Julie Kassowitz (1882–1924), Philosophin.
Laufbahn: J. K. engagierte sich in der Antialkoholbewegung. 1902 gründete sie den Verein abstinenter Frauen in Wien, zur Bekämpfung der Alkoholsucht, also zum Schutz von Frauen vor gewalttätigen Ehemännern/Vätern, zum Schutz vor Arbeitsplatzverlust und Verlust des Familieneinkommens im Falle trunksüchtiger Ehemänner/Väter. Das Abstinenzgebot galt auch für die weiblichen Mitglieder. Sie organisierte Behörden-Eingaben, Geschenke an Kinderheime und Flüchtlingslager, alkoholfreie Straßenausschenkungen. 1905 folgte die Errichtung der alkoholfreien Gaststätte „Zur Weißen Schleife“. 1902 – 07 und 1925 –37 leitete J. K. den Verein und dessen Aktivitäten. Sie veröffentlichte Aufsätze unter anderem in „Der Bund“ und „Die Österreicherin“.
Ausz.: Mehrere Ehrungen und Auszeichnungen u. a. 1936 Goldenes Verdienstkreuz.

Österreichisches biographisches Lexikon

Kassowitz Emilie, geb. Rosenthal. * Wien, 4. 11. 1854; + Wien, 28. 5. 1938. Seit 17. 4. 1876 mit dem Pädiater Max Kassowitz verheiratet. K. gründete 1903 den Ver. abstinenter Frauen, den sie bis 1907 und 1925-37 leitete. Vielfach geehrt und ausgezeichnet, u. a. mit dem Goldenen Verdienstkreuz.

Publikationen

Kassowitz, Emilie: Unser Kampf gegen den Alkohol - In: Die Österreicherin / hrsg. vom Bund österreichischer Frauenvereine. Für die Schriftleitung verantw.: Eugenie Palitschek; ab 1932,8: Marianne Hönig; ab 1932,9: Ernestine Fürth , Nr. 4 , 1928 , 6
Online Zugriff / ÖNB 609120-C.Neu-Per

Quellen und Sekundärliteratur

Fürth, Ernestine : Emilie Kassowitz [80 Jahre] - In: Die Österreicherin / hrsg. vom Bund österreichischer Frauenvereine. Für die Schriftleitung verantw.: Eugenie Palitschek; ab 1932,8: Marianne Hönig; ab 1932,9: Ernestine Fürth , Nr. 7 , 1934 , 3
Online Zugriff / ÖNB 609120-C.Neu-Per
Fürth, Ernestine : Zwei Achtzigjährige [Leopoldine Winter, Emilie Kassowitz] - In: Die Österreicherin / hrsg. vom Bund österreichischer Frauenvereine. Für die Schriftleitung verantw.: Eugenie Palitschek; ab 1932,8: Marianne Hönig; ab 1932,9: Ernestine Fürth , Nr. 7 , 1934 , 3
Online Zugriff / ÖNB 609120-C.Neu-Per