Amelie Langenau

Namen und Abkürzungen
Haffner, Amelie
Haffner, Amelie von (Geburtsname)
Langenau, Amelie
Langenau, Amelie Baronin von
Geburtsjahr
28.12.1833, Seeland (Dänemark)
Todesjahr
7.10.1902, Bangor (Wales)
Berufe und Tätigkeiten
Vereinsfunktionärin

Funktionen und Mitgliedschaften

Biografie

Amelie von Haffner wird auf der dänischen Insel Seeland als Tochter des Ministers Wolfgang von Haffner zu Egholm geboren. 1856 heiratet sie den General i. R. und österreichischen Diplomaten Ferdinand von Langenau. Mit ihm lebt sie zuerst in Den Haag und später in Sankt Petersburg. Nach dem Tod ihres Mannes geht sie nach Wien und unterstützt lebenslang den evangelischen Verein in Gallneukirchen.

1901 gehört sie zu den Gründerinnen des Wiener Settlements und 1902 gemeinsam mit Emilie Kassowitz des Vereins abstinenter Frauen. Sie ist - allerdings nur kurze Zeit bis zu ihrem Tod - dessen erste Präsidentin.

1901 agitiert sie mit anderen Frauen im 10. Wiener Gemeindebezirk für den Sozialdemokraten Victor Adler, worauf die christlich-soziale Presse über diese Frauen herfällt und sie als "Prostituierte" und "Schanddirnen" beschimpft. Amelie von Langenau und Therese Schlesinger stellen den Redakteur der "Deutschen Zeitung" daraufhin zur Rede und werden von ihm wüst beschimpft. Siehe dazu: "Pöbel" in den "Dokumenten der Frauen".

Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon
Pöbel. - In: Dokumente der Frauen 5 (1901) 8, 241-243

Helga Hofmann-Weinberger

Lexikon

biografiA

Langenau Amélie Baronin von, geb. Haffner; Wohltäterin, Frauenrechtsaktivistin und Vereinsfunktionärin
Geb. Insel Seeland, Dänemark, 28. 12. 1830 od. 1833
Gest. Bangor, Wales, Großbritannien, 7. 8. 1902
Herkunft, Verwandtschaften: Tochter des Ministers Wolfgang von Haffner zu Egholm (Seeland).
LebenspartnerInnen, Kinder. 1856 Heirat mit Ferdinand Freiherr von Langenau (1817– 1881), Gesandter der k. k. Monarchie; ein Sohn.
Laufbahn: A. v. L. trat in Wien als großzügige Unterstützerin der Methodistenkirche hervor. Auf ihre Veranlassung hin kamen methodistische Martha-Maria-Diakonissen nach Wien. A. v. L. war in zahlreichen Vereinen karitativ tätig. Sie war auch Mitbegründerin des Vereins „Settlement“ und Präsidentin der Vereinigung abstinenter Frauen. A. v. L. gelangte im Jahr 1901 zusammen mit anderen Frauen in die Schlagzeilen, weil sie bei den Landtagsersatzwahlen im 10. Wiener Gemeindebezirk für den sozialdemokratischen Kandidaten Viktor Adler agitiert hatte. Die knappe Majorität, die Adler damals erreichte, wurde der Wahlagitation der Frauen zugeschrieben, die sich zu diesem Zweck über alle Klassengrenzen hinweg organisiert hatten. In der Folge wurden die Aktivistinnen von der christlich-sozialen Presse als „Prostituierte und Schanddirnen“ verunglimpft. Zwei der Frauen, Therese Schlesinger-Eckstein und Baronin A. v. L., stellten im Anschluss daran den Redakteur der „Deutschen Zeitung“ zur Rede und wurden von ihm wüst beschimpft.
W.: „Der arme Rick, Erzählung. In: Der Evangelist, 48. Jg.“ (1897)

Quellen und Sekundärliteratur

Pöbel - In: Dokumente der Frauen / hrsg. von Auguste Fickert, Marie Lang, Rosa Mayreder; ab 2.1900,20: Marie Lang , Nr. 8 , 1901 , 241-243
Online Zugriff / ÖNB 402681-B.Neu

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