Tina Blau

Namen und Abkürzungen
Blau, Regina Leopoldine (Geburtsname)
Blau-Lang, Tina (Ehename)
Lang, Tina Regina Leopoldine
Geburtsjahr
15.11.1845, Wien
Todesjahr
31.10.1916, Wien
Berufe und Tätigkeiten
Malerin, Kunstlehrerin, Vereinsfunktionärin

Funktionen und Mitgliedschaften

Verein Kunstschule für Frauen und Mädchen, Wien Mitbegründerin, Vorstandsmitglied, Lehrerin

Biografie

Die Tochter eines Militärarztes studiert Malerei in Wien und anschließend in München und unternimmt Reisen nach Ungarn, Holland, Italien. 1884 heiratet sie den Tier- und Schlachtenmaler Heinrich Lang und lebt längere Zeit in München. Nach dem Tod ihres Mannes kehrt sie nach Wien zurück. Sie malt besonders gerne im Wiener Prater und bevorzugt Landschafts- und Blumenmotive.

Tina Blau unterrichtet im Künstlerinnenverein in München und ab 1898 im Verein Kunstschule für Frauen und Mädchen in Wien, den sie mitbegründet.

Czeike: Historisches Lexikon Wien
Österreichisches biographisches Lexikon
Wagner: Heimat bist Du großer Töchter

Helga Hofmann-Weinberger

Lexikon

biografiA

Blau Tina, verh. Lang, Blau-Lang; Landschafts- und Stilllebenmalerin
Geb. Wien, 15. 11. 1845
Gest. Wien, 31. 10. 1916
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Simon Blau, Militärarzt; Mutter: Theresia Schlesinger.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1883 Heirat mit dem Tier- und Schlachtenmaler Heinrich
Lang († 1891).
Ausbildungen: Studium an der Wiener Akademie; Schülerin von August Schäffer von Wienwald
in München und Anton Hanley; 1869 Studium an der Kunstschule für Mädchen bei Wilhelm
Lindenschmidt in München; 1872 Bekanntschaft mit Emil Jakob Schindler, Eugen Jettel u. a.
Laufbahn: Unternahm zahlreiche Reisen durch Ungarn, Böhmen, Siebenbürgen, Holland und Italien. Lebte ab 1883 zehn Jahre lang in München, bestritt 1890 eine Ausstellung im Münchner Kunstverein und kehrte nach dem Tod ihres Gatten nach Wien zurück. Sie unterrichtete im Künstlerinnenverein München und leitete 1897/1998 bis 1914 /1915 den Kurs für Landschaft und Stillleben an der Kunstschule für Frauen und Mädchen in Wien. 1898 /1999 bis 1902/1903 hielt sie auch einen Abendkurs ab, in dem Naturstudien zur Vorbereitung für kunstgewerbliche Zwecke im Mittelpunkt standen. Unternahm unter Einfluss von A. Pettenkofen zahlreiche Studienreisen nach Ungarn, Italien und Holland. 1899 erste Kollektivausstellung im Salon Pisko, Bekanntschaft mit Rosa Mayreder. Weitere Reisen nach Westeuropa. Bedeutende Vertreterin des österreichischen „Stimmungsimpressionismus“.
Ausz., Mitglsch.: Verkehrsflächenbenennung: Tina-Blau-Weg, 1140 Wien, seit 1930, Beteiligung an der Wiener Weltausstellung („Donauregulierung“), 1897 Mitbegründerin der „Kunstschule für Frauen und Mädchen“.

Das geistige Wien

Blau, Tina, Malerin, geb. zu Wien 1847, erhielt ihre erste Ausbildung in Wien durch Aug. Schäffer und von 1869 durch W. Lindenschmitt in München. Zahlreiche Reisen durch Böhmen, Ungarn, Siebenbürgen, Holland und Italien boten ihr Stoff zu einer Reihe, wie die Kritik sagt, vortrefflicher Landschaftsbilder von überraschender Einfachheit und Unmittelbarkeit. Allgemein bekannt sind auch ihre dem Wiener Prater entnommenen Landschaftsbilder. 1890 veranstaltete B. eine Specialausstellung im Münchener Kunstverein, bei welcher über 60 Werke, Bilder und Skizzen zur Ausstellung gelangten. B. war die Gattin des verstorbenen Schlachtenmalers Lang und lebt teils in München, teils in Wien.

Lexikon der Frau

Blau-Lang, Tina, österr. Landschafts- u. Blumenmalerin, *Wien 15.11.1845, +1919. verh. 1883 mit dem Tier- u. Schlachtenmaler Heinrich Lang. Studienreisen in die Alpen, Ungarn, Italien u. die Niederlande.

Plakolm-Forsthuber: Künstlerinnen in Österreich 1897-1928

BLAU, Tina, verh. LANG: Malerin.
15.11.1845 (Wien) - 31.10.1916 (Wien).
Ab 1860 Privatunterricht bei August Schaeffer. Studienreisen nach Mähren und Siebenbürgen. 1869-1873 Studium in München bei Wilhelm Lindenschmidt. 1873/74 in Ungarn (Szolnok). 1875 gemeinsames Atelier mit Emil Jacob Schindler und Studienreise nach Holland. 1877 und 1879 in Italien. 1883 Heirat mit dem Pferde- und Schlachtenmaler Heinrich Lang. Wohnsitz in München. Ab 1889 Lehrerin für Landschaft und Stilleben an der Schule des Münchner Künstlerinnenvereins. 1891 nach dem Tod H. Langs Übersiedlung nach Wien. 1898-1915 Lehrerin an der KSFM für Landschaft und Stilleben.
AUSST: 1873 WA Wien, ab 1890 erste Kollektivausstellungen in München, Berlin, Dresden, Leipzig und Hamburg. WA Paris 1889, WA Chicago 1893, KH, DFK.
LIT: Roser de Palma 1971. Kat. Blau 1971.

Köhler-Lutterbeck, Siedentopf: Lexikon der tausend Frauen

Blau-Lang, Tina (eigentl. Regina Leopoldine), geb. Blau
Malerin
15.11.1845 (Wien) - 31.10.1916 (ebd.)
Schon mit 13 Jahren erhielt die Arzttochter privaten Malunterricht. Auf ausgedehnten Studienreisen nach Böhmen, Mähren und Siebenbürgen entstanden ihre ersten großen Bilder, später bereiste sie auch Ungarn, Italien und Frankreich. 1874 eröffnete B.-L. im Wiener Prater ein eigenes Atelier. Ihr Gemälde "Frühling im Prater" erregte 1882 so großes Aufsehen, dass sie eine Einladung zum Pariser Salon erhielt, wo das Bild prämiert wurde. Nach ihrer Heirat mit dem Maler H. Lang zog sie 1883 nach München und unterrichtete dort an der Malschule des "Künstlerinnenvereins". Nach dem Tod ihres Mannes kehrte sie 1894 nach Wien zurück ung gründete eine Frauenakademie, die sie 20 Jahre leitete. B.-L.s umfangreiches Werk besteht vor allem aus Landschaften und Blumenstillleben, die dem "österreichischen Stimmungsimpressionismus" zuzurechnen sind.

Österreichisches biographisches Lexikon

Blau-Lang Tina, Malerin. * Wien, 15. 11. 1845; + Wien, 31. 10. 1916. Schülerin von August v. Schäffer, Lindenschmitt (München) und E. Schindler (Wien), Reisen durch Österr.-Ungarn, Italien, Holland; vermählte sich 1883 mit dem Tier- und Schlachtenmaler Lang, lebte dann 10 Jahre in München und kehrte nach dem Tode ihres Gatten nach Wien zurück; Lehrerin im Künsterinnenver. in München und an der Wr. Kunstschule für Frauen und Mädchen. Sie bevorzugte Landschafts- und Blumenmotive.

Quellen und Sekundärliteratur

Minor, Daisy : Zum Gedächtnis : (Tina Blau-Lang gestorben) - In: Der Bund / hrsg. vom Bund österr. Frauenvereine. Für die Schriftleitung verantwortlich: Henriette Herzfelder; später: Daisy Minor, Maria L. Klausberger , Nr. 9 , 1916 , 11-12
Online Zugriff / ÖNB 442258-B.Neu-Per
Feuchtmüller, Rupert : Motiv mit Farbklängen : Tina Blau, Olga Wisinger-Florian und Marie Egner - In: Parnass , Nr. 5 , 1999 , 26-34
ÖNB 1188502-C.Neu-Per
Harriman, Helga H. : Olga Wisinger-Florian and Tina Blau : painters in "fin de siècle" Vienna - In: Woman's art journal , Nr. 2 , 1989/1990 , 23-28
Online Zugriff / MAK Z II 1667
Giese, Herbert : Tina Blau : reine Farbe, klares Licht - In: Parnass , Nr. 4 , 1993 , 38ff.
ÖNB 1188502-C.Neu-Per
Ebenstein, Zdrawka : Die Landschaftsmalerin Tina Blau (1845-1916) : ihre künstlerische Entwicklung, untersucht an den Gemälden der Österreichischen Galerie - In: Mitteilungen der Österreichischen Galerie , Nr. 56 , 1968
ÖNB 890143-B.Neu-Per
Tina Blau-Ausstellung im Salon Pisko - In: Neues Frauenleben / hrsg. von Auguste Fickert; ab 1911: Hrsg.: Leopoldine Kulka, Christine Touaillon, Emil Fickert , Nr. 1 , 1903 , 15-16
Online Zugriff / ÖNB 422673-B.Neu-Per
Tina Blau : ein Dankeswort ; von einer Schülerin - In: Neues Frauenleben / hrsg. von Auguste Fickert; ab 1911: Hrsg.: Leopoldine Kulka, Christine Touaillon, Emil Fickert , Nr. 11 , 1916 , 13-15
Online Zugriff / ÖNB 422673-B.Neu-Per
Giese, Herbert : "Richtig muss es sein!" : Bemerkungen zu Theodor Hörmann - In: Parnass , Nr. 4 , 1992 , 36-43
ÖNB 1188502-C.Neu-Per
Seligmann, Adalbert Franz : Tina Blau - In: Neues Frauenleben / hrsg. von Auguste Fickert; ab 1911: Hrsg.: Leopoldine Kulka, Christine Touaillon, Emil Fickert , Nr. 12 , 1905 , 19-21
Online Zugriff / ÖNB 422673-B.Neu-Per
Rössler, Arthur : Schwarze Fahnen - Wien [u.a.]: Konegen, 1922/1923
ÖNB 208787-B.Neu
Tina Blau, Worte des Gedenkens - In: Die Österreicherin / hrsg. vom Bund österreichischer Frauenvereine. Für die Schriftleitung verantw.: Eugenie Palitschek; ab 1932,8: Marianne Hönig; ab 1932,9: Ernestine Fürth , Nr. 8 , 1935 , 2
Online Zugriff / ÖNB 609120-C.Neu-Per
Zwei Wiener Künstlerinnen [Ausstellungen von Tina Blau und Florian-Wisinger] - In: Dokumente der Frauen / hrsg. von Auguste Fickert, Marie Lang, Rosa Mayreder; ab 2.1900,20: Marie Lang , Nr. 22 , 1900 , 638
Online Zugriff / ÖNB 402681-B.Neu

Material in Archiven und Sammlungen

  • Manuskript von Tina Blau - In: ÖNB/HAN, Nachlass Käthe Braun-Prager Cod. Ser. n. 27853 Han
  • Tina Blaus Briefe an Rosa Mayreder - In: ÖNB/HAN, Nachlass Felix Braun Cod. Ser. n. 27729 Han
  • Briefe von Tina Blau an Rosa Mayreder - In: ÖNB/HAN, Teilnachlass Rosa Mayreder Cod. Ser. n. 24565 Han
  • Briefe und Ansichtskarten von Tina Blau an Auguste Fickert - In: WBR/HS, Nachlass Auguste Fickert
  • Briefe von Tina Blau an Marie von Ebner-Eschenbach - In: WBR/HS, Nachlass Marie von Ebner-Eschenbach
  • Billetts und Briefe von Tina Blau an Rosa Mayreder - In: WBR/HS, Sammlung Käthe Braun-Prager und Hans Prager

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