Katholische Frauenorganisation für die Steiermark

Namen und Abkürzungen
KFO Steiermark (Abkürzung)
Katholische Frauenorganisation Steiermark
Gründung
1906
Auflösung
1938
Sitz
Graz, Sackstraße 16
Graz, Bürgergasse 1, Domherrenhaus

FunktionärInnen und Mitglieder

Präsidentin

Vizepräsidentin

  • Bonda-Kunsti, Gisa (?-1934)
  • Kottulinsky, Maria Therese (?-1938)
  • Liechtenstein-Urach, Elisabeth (1934-1938)

Vorstandsmitglied

Organisationsstruktur

angeschlossen

Historischer Überblick

1906 konstituierte sich in Graz als erste in der Habsburgermonarchie die Katholische Frauenorganisation (KFO) der Steiermark unter der Leitung von Helene Waldstein-Wartenberg. Der Vorstand bestand aus adeligen Frauen. Acht bestehende katholische Frauenvereine schlossen sich zu einer Landesorganisation auf der Diözesanebene zusammen. Gab es im Gründungsjahr 2.000 Mitglieder, so waren es 1923 bereits 21.879 Mitglieder in 82 Ortsgruppen.

Die Arbeit wurde in verschiedenen Sektionen durchgeführt, die sich im Laufe der Jahre veränderten. Anfangs gab es eine religiöse, eine sozial-karitative und eine wirtschaftliche Sektion. Nach Erlangung des Frauenwahlrechts 1918 wurde weibliche politische Partizipation als neues Aufgabengebiet erkannt. Die KFO Steiermark hatte sich bis dahin als unpolitisch definiert.

Die neu geründete politische Sektion unter der Leitung von Frida Mikola gewann große Bedeutung. Gegenüber der politischen Betätigung von Frauen bestand weiterhin eine Ambivalenz in den Reihen der katholischen Frauen. Trotzdem waren die steirischen KFO-Funktionärinnen neben den Wienerinnen diejenigen, die mit Abstand die umfangreichste parteipolitische Aktivität innerhalb der Christlichsozialen Partei entwickelten. In der Zwischenkriegszeit waren im Steiermärkischen Landtag: Olga Rudel-Zeynek, Frida Mikola, Marianne Millwisch-Kaufmann, Maria Rieger, Maria Lang und Johanna Auer. Ab Ende der 1920er Jahre kam es zu einer Entpolitisierung, die mit der Eingliederung der KFO in die Katholische Aktion 1934 abgeschlossen wurde.

verwendete Literatur und Quellen:

Frauen-Kalender (Graz) 1930
Motzko: Die katholische Frauenbewegung in Österreich. - In: Der katholische Almanach 1 (1931/32), 98
Seufzer: Zur Geschichte der Katholischen Frauenorganisation und Katholischen Frauenbewegung Steiermark. - In: Frau. Macht. Kirche., 97-106

verfasst von: Lydia Jammernegg

Ausgewählte Publikationen

Frauenbote : Nachrichtenblatt der Katholischen Frauenorganisation Steiermarks / Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Kath. Frauenorganisation Steiermarks, verantwortl. Redakteur: Maria Krevets, ab 1930,2: Kamilla Kristufek - Graz: Styria, 1927-1937
Online Zugriff / ÖNB 608990-C.Neu-Per
Frauen-Kalender / hrsg. von der Katholischen Frauenorganisation Steiermarks - Graz: Styria, 1923-1938
Online Zugriff / ÖNB 578636-B.Neu

Quellen und Sekundärliteratur

Walterskirchen, Gudula: Katholische Frauen- und Mädchenverbände in der Steiermark von 1906 bis 1938 - In: Blätter für Heimatkunde, Jg. 67 (1993), Nr. 3, 90-94
ÖNB 608101-C.Neu-Per

Material in Archiven und Sammlungen

  • KFO Steiermark: Berichte der Ortsgruppen, Protokolle von Vorstandssitzungen, Tätgkeitsberichte, Korrespondenz, Statuten des Verbands katholischer erwerbstätiger Frauen und Mädchen Steiermarks, Statuten der Ortsgruppen - In: DAG, Ordinariatsakten – Altbestand, Vereine 50-d-11/2
  • Katholische Frauenorganisation Steiermark: Tätigkeitsberichte, Statuten, Korrespondenz - In: DAG, Nachlass Bischof Schuster 57
  • Katholische Frauenorganisation Steiermark: Statuten, Sitzungsrotokolle, Korrespondenz, Statutenänderungen - In: StLA, Sicherheitsdirektion IV Verein Ka-104/1947