Verein Frauenbund, Brünn

Namen und Abkürzungen
Verein "Frauenbund", Brünn
Deutscher Frauenbund, Brünn
Gründung
30.01.1900
Auflösung
?
Sitz
Brünn, Getreidemarkt 2

FunktionärInnen und Mitglieder

Ausschussmitglied

Gründerin

Präsidentin

Schriftführerin

Vizepräsidentin

  • Brecher, Elise (1900-)
  • Eberle, Angelika (1900-1908)
  • Gailly-Pollaczek, Luise (1909-1912)
  • Klekler, Pauline (1908-1909)
  • Polak, Fanelh (1913-)

Organisationsstruktur

Historischer Überblick

Vorträge zur Frauenfrage von Galionsfiguren der österreichischen Frauenbewegung, wie Rosa Mayreder, Auguste Fickert und Marianne Hainisch, veranlassen einen Kreis von engagierten Frauen in Brünn, einen Lesezirkel zu gründen. Aus diesem geht recht rasch der Verein Frauenbund hervor, der als einer der aktivsten Frauenvereine in der Monarchie gilt. Hauptinitiatorin und langjährige Präsidentin ist die Lehrerin Henriette Hontschik.

1901 wird eine Rechtsschutzstelle für unbemittelte Frauen eingerichtet und eine Sektion für Rechtsschutz gebildet, deren Vorsitzende Leonore Sinaiberger ist. Ausserdem entstehen noch Sektionen für Armenpflege und Waisenpflege und Kinderschutz und eine Bibliothekskommission unter der Vorsitzenden Hedwig Krichenbauer. 1907 gelingt es, die Heranziehung der ersten Frauen als Vormünderinnen armer Kinder durchzusetzen. Der Frauenbund setzt sich außerdem für den Arbeiterinnen-Schutz ein und fordert die Anstellung weiblicher Gewerbeinspektorinnen.

Vehement wird für das Frauenstimmrecht eingetreten. So wird am 20. Jänner 1906 bei einer Frauenversammlung im städtischen Redoutensaal in Brünn eine Petition an den Ministerpräsidenten Gautsch und an beide Häuser des Reichsrates beschlossen und eingebracht. Bei dieser Versammlung hält Leopoldine Glöckel vom Frauenstimmrechtskomitee des Bundes österreichischer Frauenvereine das Hauptreferat. Am 1. Februar 1910 wird auch ein eigenes Stimmrechtskomitee gegründet.

Nachdem die Vereinsführung auf Grund des gesundheitsbedingten Rückzugs von Henriette Hontschik einige Jahre unbesetzt ist, übernimmt Luise Gailly-Pollaczek ab 1912 die Präsidentinnenschaft.

verwendete Literatur und Quellen:

Jahresberichte des Vereines "Frauenbund" in Brünn

verfasst von: Helga Hofmann-Weinberger

Ausgewählte Publikationen

Quellen und Sekundärliteratur

Brünn [Sektion für Kinderschutz und Waisenpflege des Vereins Frauenbund] - In: Der Bund, Jg. 2 (1907), Nr. 3, 15
Online Zugriff / ÖNB 442258-B.Neu-Per
Dr. Julius Ofner hielt in Brünn einen Vortrag über die Notwendigkeit der Frauenrechtsschutzvereine - In: Neues Frauenleben, Jg. 15 (1903), Nr. 3, 18
Online Zugriff / ÖNB 422673-B.Neu-Per
Eine Rechtsschutzstation für unbemittelte Frauen und Mädchen [in Brünn vom Verein "Frauenbund" eröffnet; Leonore Sinaiberger] - In: Dokumente der Frauen, Jg. 5 (1901), Nr. 2, 68
Online Zugriff / ÖNB 402681-B.Neu
Verein Frauenbund [Eingabe an das Handelsministerium betreffend Gewerbeinspektorinnen] - In: Neues Frauenleben, Jg. 15 (1903), Nr. 12, 19
Online Zugriff / ÖNB 422673-B.Neu-Per
Verein "Frauenbund" in Brünn [Petition um Einführung weiblicher Fabriks-Inspektoren] - In: Neues Frauenleben, Jg. 16 (1904), Nr. 5, 12
Online Zugriff / ÖNB 422673-B.Neu-Per