Teresa Feodorowna Ries

Namen und Abkürzungen
Ries, Theresa
Rieß, Theresa Feodorowna
Geburtsjahr
30.01.1874, Moskau
Todesjahr
1956
Berufe und Tätigkeiten
Bildhauerin, Malerin

Funktionen und Mitgliedschaften

Acht Künstlerinnen Mitbegründerin

Biografie

Theresa Feodorowna Ries wird 1874 oder 1877 in Moskau geboren und in einem adeligen Mädchenpensionat erzogen. Mit 16 Jahren besucht sie die Akademie der bildenen Künste. 1894 reist sie mit ihren Eltern nach Karlsbad und von dort nach Wien, wo sie bei Edmund von Hellmer studiert. 1900 wird sie bei der Pariser Weltausstellung zum Offizier der Académie française ernannt.

Ries, die nach einer kurzen Ehe ein für Frauen der damaligen Zeit sehr selbstbestimmtes Leben führt, gehört zur Gruppe der Acht Künstlerinnen. 1906 stellt ihr der Prinz von Liechtenstein ein Atelier im Palais Liechtenstein zur Verfügung, wo sie sehr großzügige Arbeitsbedingungen vorfindet. In den folgenden Jahren fertigt sie viele Porträts von Persönlichkeiten aus Adel und Kultur an, u.a. von Mark Twain, auch zahlreiche Plastiken im öffentlichen Raum stammen von ihr - siehe z.B. "Die Unbesiegbaren" im Wiener Kongresspark. 1928 veröffentlicht Ries eine Autobiographie mit dem Titel "Die Sprache des Steines".

1938 muss sie vor den Nationalsozialisten fliehen und wohnt fortan bei einer Freundin in Passy, Frankreich. Ihr Todesjahr wird sehr verschieden angegeben - dürfte aber in den 1950er Jahren liegen.

Plakolm-Forsthuber: Stein der Sehnsucht, Stein des Anstoßes. - In: Die Frauen der Wiener Moderne, 179-193

Helga Hofmann-Weinberger

Lexikon

biografiA

Ries Theresa Feodorowna; Bildhauerin, Malerin und Schriftstellerin
Geb. Moskau, Russland, 31. 1. 1874 (1877)
Gest. Lugano, Schweiz, 1956
Herkunft, Verwandtschaften: Stammt aus einer wohlhabenden Familie.
Ausbildungen: Malereistudium an der Moskauer Kunstschule. In Wien genoss sie eine private Ausbildung zur Bildhauerin bei Edmund v. Hellmer. Trat mit 16 Jahren in die Akademie ein.
Laufbahn: 1906 wurde ihr das Atelier vom Fürsten Liechtenstein in einem Nebengebäude des Sommerpalais zur Verfügung gestellt. 1938 übernimmt die SS das Atelier. Sie erhält Berufsverbot und flüchtet 1942 in die Schweiz. 1947 wird sie in Lugano ansässig. Wurde besonders als Porträtkünstlerin bekannt.
Ausz., Mitglsch.: Mitglied der Malerinnengruppe „Acht Künstlerinnen“. Monumentale Gruppe „Die Unbesiegbaren“ (Wien 16, Kongreßplatz). Auf der Weltausstellung 1900 wurde ihr der Titel Officier de l’academie verliehen. Sie erhielt auch die Große Goldene Karl Ludwig Medaille.
W.: Zahlreiche Monumentalwerke, z. B. Eva, Hexe, Marie Tochitsch, Somnambule (jetzt WIG-Gelände) und Porträtarbeiten. Die Sprache des Steines.

Publikationen

Ries, Teresa Feodorowna: Die Sprache des Steines / - Wien: Krystall-Verlag, 1928
WBR B 74067

Quellen und Sekundärliteratur

Plakolm-Forsthuber, Sabine : Zur Emigration bildender Künstlerinnen aus Österreich - In: Frauen im Exil / hrsg. von Siglinde Bolbecher ... - Klagenfurt: Drava-Verl., 2007 , 51-75
ÖNB 1312624-B.Neu.9
Münz, Bernhard : Theresa Feodorowna Ries - In: Ost und West / Hg. von Davis Trietsch und Leo Winz , Nr. 3 , 1906 , 183-188
Online Zugriff / ÖNB 793541-C.Neu
Urban, Gisela : Die Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries : zur Aufstellung ihrer Gruppe "Die Unbesiegbaren" auf dem Kongreßplatz in Wien - In: Die Österreicherin / hrsg. vom Bund österreichischer Frauenvereine. Für die Schriftleitung verantw.: Eugenie Palitschek; ab 1932,8: Marianne Hönig; ab 1932,9: Ernestine Fürth , Nr. 3 , 1929 , 6-7
Online Zugriff / ÖNB 609120-C.Neu-Per

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