Edmund Bernatzik

Geburtsjahr
28.09.1854, Mistelbach
Todesjahr
30.03.1919, Wien
Berufe und Tätigkeiten
Staats-, Völkerrechtler

Funktionen und Mitgliedschaften

Biografie

Edmund Bernatzik ist Professor der Rechtswissenschaften in Wien und Experte für Staats- und Verwaltungsrecht. Er ist führend beteiligt an der Umgestaltung des altösterreichischen Polizeistaates zum Rechtsstaat.

1900 erscheint sein Gutachten "Die Zulassung der Frauen zu den juristischen Studien". Darin geht er von der Statuierung der freien Berufswahl und Berufsausbildung in Art. 18 des österreichischen Grundrechtekatalogs von 1867 aus. Seiner Ansicht nach ist die Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium die logische Konsequenz ihrer Zulassung zur Matura und der Staat solle und müsse es „den Frauen ermöglichen, dieselbe Bildung zu erreichen, wie dem Manne“. Die Erfüllung seiner Forderung lässt jedoch auf sich warten und so gründet ein Kuratorium der bürgerlichen Frauenbewegung unter seinem Vorsitz 1917 die "Rechtsakademie für Frauen" mit einem zweijährigen Lehrgang, die mit der Einführung des regulären Studiums wieder aufgelöst wird.

Seine Tochter, Marie Hafferl-Bernatzik, wird als dritte Frau Österreichs am 22. Mai 1922 an der Universität Wien zum Dr. iur. promoviert.

Österreichisches Biographisches Lexikon
Berger: Das Frauenstudium an der Universität Wien im Zeichen des Liberalismus

Helga Hofmann-Weinberger

Publikationen

Bernatzik, Edmund: Die Zulassung der Frauen zu den juristischen Studien : ein Gutachten - In: Jahresbericht des Vereines für Erweiterte Frauenbildung in Wien / Verein für Erweiterte Frauenbildung , 1899/1900 , 63-78
Online Zugriff / ÖNB 391908-B.Neu-Per
Bernatzik, Edmund: Die Zulassung der Frauen zu den juristischen Studien : ein Gutachten / - Wien: Hollinek, 1900
Online Zugriff / ÖNB 407916-B.Neu

Quellen und Sekundärliteratur

Stipsits, Sonja : "... so gibt es nichts Widerwärtigeres als ein die gesteckten Grenzen überschreitendes Mannweib" : die konstruierte Devianz ; Argumente gegen das Frauenstudium und Analyse der Umstände, die 1900 dennoch zur Zulassung von Frauen zum Medizinstudium geführt - In: Töchter des Hippokrates : 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich / hrsg. von Birgit Bolognese-Leuchtenmüller ... - Wien: ÖÄK-Verl., 2000 , 27-43
ÖNB 1603493-B.Neu
Koffmahn, Elisabeth : Die ersten Frauen an den rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultäten und die gegenwärtige Situation - In: Frauenstudium und akademische Frauenarbeit in Österreich / hrsg. von Martha Forkl und Elisabeth Koffmahn - Wien [u.a.]: Braumüller, 1968 , 29-36
ÖNB 1041459-B.Neu
Die Juridische Fakultät der Wiener Universität [Zustimmung zum Frauenstudium auf Grund eines Referates von Edmund Bernatzik] - In: Dokumente der Frauen / hrsg. von Auguste Fickert, Marie Lang, Rosa Mayreder; ab 2.1900,20: Marie Lang , Nr. 25 , 1900 , 729-730
Online Zugriff / ÖNB 402681-B.Neu
Zulassung der Frauen zum juristischen Studium [Gutachten von Edmund Bernatzik] - In: Dokumente der Frauen / hrsg. von Auguste Fickert, Marie Lang, Rosa Mayreder; ab 2.1900,20: Marie Lang , Nr. 3 , 1900 , 113-115
Online Zugriff / ÖNB 402681-B.Neu
Scheidender Rektor Hofrat Bernatzik tritt für Zulassung der Frauen an die juridische Fakultät ein - In: Neues Frauenleben / hrsg. von Auguste Fickert; ab 1911: Hrsg.: Leopoldine Kulka, Christine Touaillon, Emil Fickert , Nr. 11 , 1911 , 302
Online Zugriff / ÖNB 422673-B.Neu-Per

Material in Archiven und Sammlungen

  • IÖRG, Nachlass Edmund Bernatzik

Links