Anna Grünwald

Geburtsjahr
15.02.1883, Walterskirchen
Todesjahr
16.01.1931, Wien
Berufe und Tätigkeiten
Sekretärin, Politikerin, Parteifunktionärin

Funktionen und Mitgliedschaften

Biografie

Als Tochter des ersten sozialistischen Bürgermeisters von Wien, Jakob Reumann, kam Anna Grünwald schon früh mit der sozialdemokratischen Partei in Kontakt. Sie heiratete mit siebzehn Jahren und hatte mehrere Kinder. Von 1909 bis 1912 arbeitete sie im Sekretariat der niederösterreichischen Landespartei und engagierte sich in der gewerkschaftlichen Organisation der Heimarbeiterinnen. Sie war Mitbegründerin der Hausgehilfinnengewerkschaft Einigkeit.

Ab 1919 war sie im niederösterreichischen Landtag für die sozialdemokratische Partei tätig und nach der Trennung von Niederösterreich und Wien war sie von 1927 bis 1931 im Gemeinderat in Wien. Auf ihre Initiative hin kam es zur Einrichtung von Mütterschulen durch die Gemeinde Wien. Anna Grünwald war als Vertreterin des Wiener Frauenkomitees für die Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz vorgesehen, als sie nach einer einfachen medizinischen Operation unerwartet verstarb.

Anna Grünwald. - In: Arbeiterzeitung, Nr. 176, 27. Juni 1931
Anna Grünwald. - In: Die Unzufriedene, Nr. 27, 11. Juli 1931
Gemeinderätin Anna Grünwald gestorben. - In: Das Kleine Blatt, Nr. 176, 27. Juni 1931

Lydia Jammernegg

Lexikon

biografiA

Grünwald Anna; Gewerkschafterin
Geb. Walterskirchen, NÖ, 15. 2. 1880
Gest. Wien, 25. 6. 1931
A. G. wird unter dem Namen Anna Reumann am 15. Februar 1880 in Walterskirchen, einem Ort in Niederösterreich, geboren. Ihr Vater, Jakob Reumann (1853 –1925), übt den Beruf des Drechslers aus und organisiert die Gewerkschaft der Drechsler. Er wird ab 22. Mai 1919, nachdem die SDAP die ersten demokratischen Gemeinderatswahlen vom 4. Mai 1919 in Wien gewonnen hat, der erste sozialdemokratische Bürgermeister von Wien. A. G. tritt bald nach der Schule der sozialdemokratischen Partei bei und wird Mitglied in der Gewerkschaft der Heimarbeiterinnen. In dieser Gewerkschaftsabteilung werden ihr bald wichtige Funktionen übertragen. Im Rahmen dieser Funktionen betreut sie die Heimarbeiterinnen von Wien und Niederösterreich. A. G. ist eine begabte Rednerin und schreibt überdies für die Zeitung der Heimarbeiterinnen zahlreiche Artikel. Von 1909 bis 1912 ist sie im Sekretariat der niederösterreichischen Landespartei tätig. Während des Ersten Weltkrieges arbeitet sie in der Gewerkschaftskommission und lernt dort ihren zweiten Mann, Julius Grünwald, kennen. Von 1919 bis 1927 ist sie für den niederösterreichischen Landtag tätig, ab 1927 ist sie Mitglied des Wiener Gemeinderates und arbeitet dort im Wohlfahrtsausschuss, wo sie sich für die Errichtung von kommunalen Mütterschulen einsetzt. Die politische Aufklärung der Frauen ist A. G. von jeher ein vordringliches Anliegen. Sie schreibt zahlreiche Artikel für die sozialdemokratischen Frauenzeitungen „Die Frau“ und „Die Unzufriedene“. Ab 1929 setzt sie sich für die RentnerInnen ein und hilft mit, für diese eine Organisation auf sozialdemokratischer Basis zu gründen. A. G. stirbt überraschend nach einer Operation am 25. Juni 1931 an Herzversagen in Wien.

Karin Nusko

Publikationen

Grünwald, Anna: Aus meiner Elendsmappe - In: Die Frau / Hrsg.: Adelheid Popp. Für die Red. verantw.: Eugenie Brandl , Nr. 8 , 1931 , 13-14
Online Zugriff / ÖNB 394591-D.Neu-Per
Grünwald, Anna: Die Frau in der Gemeindeverwaltung : in der Gemeinde Wien - In: Handbuch der Frauenarbeit in Österreich / hrsg. von der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien. [Red.: Käthe Leichter ...] - Wien: Kammer für Arbeiter und Angestellte, 1930 , 649-653
Online Zugriff / ÖNB 579225-C.Neu
Grünwald, Anna: Mütterschulen - In: Die Unzufriedene / Eigentümerin, Verlegerin, Herausgeberin und verantwortliche Redakteurin: Eugenie Brandl; ab 1930,25: Paula Hons; ab 1930,32: Eigentümerin, Verlegerin, Herausgeberin: Eugenie Brandl. Verantwortliche Redakteurin: Paula Hons , Nr. 7 , 20. Februar 1931 , 1-2
Online Zugriff / ÖNB 600447-C.Neu-Per
Grünwald, Anna: Streikbilder - In: Die Unzufriedene / Eigentümerin, Verlegerin, Herausgeberin und verantwortliche Redakteurin: Eugenie Brandl; ab 1930,25: Paula Hons; ab 1930,32: Eigentümerin, Verlegerin, Herausgeberin: Eugenie Brandl. Verantwortliche Redakteurin: Paula Hons , Nr. 43 , 24. Oktober 1925 , 3-4
Online Zugriff / ÖNB 600447-C.Neu-Per

Quellen und Sekundärliteratur

Anna Grünwald - In: Die Frau / Hrsg.: Adelheid Popp. Für die Red. verantw.: Eugenie Brandl , Nr. 8 , 1931 , 7-8
Online Zugriff / ÖNB 394591-D.Neu-Per
Anna Grünwald - In: Die Unzufriedene / Eigentümerin, Verlegerin, Herausgeberin und verantwortliche Redakteurin: Eugenie Brandl; ab 1930,25: Paula Hons; ab 1930,32: Eigentümerin, Verlegerin, Herausgeberin: Eugenie Brandl. Verantwortliche Redakteurin: Paula Hons , Nr. 27 , 11. Juli 1931 , 4
Online Zugriff / ÖNB 600447-C.Neu-Per

Material in Archiven und Sammlungen

  • Pressestimmen - In: WBR/TBA, Dokumentation, TP-016980
  • VGA Wien, Personenarchiv, Anna Grünwald Lade 20, Mappe 64A