Historische Ereignisse 1921

Historische Ereignisse

Österreich

  • Elise Richter wird außerordentliche Professorin für romanische Philologie an der Universität Wien.

  • Im Nationalrat wird im November ein Gesetz beschlossen, das den Hausgehilfinnen, Bedienerinnen, Heimarbeiterinnen und Landarbeiterinnen eine Krankenversicherung zusichert.

  • Anfang des Jahres wird das das sogenannte Gesetz über die Regelung des Hebammenwesens um einige, lang geforderte Paragraphen erweitert.

  • Der Organisation der Versicherungsangestellten ist es gelungen, die Gleichstellung der weiblichen Angestellten sowohl im rechtlichen Teil des Dienstvertrages als auch in Bezug auf das Gehaltsschema durchzusetzen.

  • Christine Touaillon ist nach Elise Richter die zweite Frau, der an der Universität Wien eine Venia legendi verliehen wird. Sie erhält eine Dozentur für neuere deutsche Literatur.

  • Vom 10. bis 16. Juli Juli 1921 wird der dritte Kongress der Women's International League for Peace and Freedom (WILPF) in Wien abgehalten. Cirka 400 Delegierte sind anwesend. Die Österreichische Sektion des WILPF ist entscheidend an der Kongressorganisation beteiligt.

Andere Länder

  • Dem Gemeinderat von Berlin gehören nun drei Frauen als Stadträte an.

  • Der Bund der sozialdemokratischen Frauenklubs in Holland (Bond van sociaal-democratische vrouwenclubs)) hält in Utrecht seine Jahresversammlung ab. Er besteht aus 166 Klubs, die neben den Sektionen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei die Frauenpropaganda im Land führen. Diskutiert werden das Verbot der Arbeit der verheirateten Frau in der Industrie, die Mutterschaft und Erziehung betreffende Fragen und ein Gesetz zur ärztlichen Untersuchung vor der Heirat. Zeitschrift: "De proletarische vrouw"

  • Im Film „Hamlet“ schlüpft Asta Nielsen in eine Männerrolle und lässt sich dafür die Haare kurz schneiden. Damit begründet sie den Modetrend des „Bubikopfs“, der zum Zeichen emanzipierter Frauen wird.

  • Die britische Frauenrechtlerin und Gewerkschafterin Mary MacArthur stirbt am 1. Jänner. Die aus einer bürgerlichen Familie stammende Berichterstatterin trat der Labour Party bei und wirkte als einflussreiches Mitglied der englischen Frauenbewegung.

  • Im August kommen Sportlerinnen in Monte Carlo zusammen, um ihre eigenen Olympischen Frauenweltspiele abzuhalten. Sie protestieren gegen die starre Haltung des Internationalen Olympischen Komitees, das sich wiederum geweigert hat, Frauen zu den Leichtathletikbewerben der Olympischen Spiele zuzulassen. Veranstaltet wurden die Frauen-Weltspiele von der Internationalen Frauen-Sport-Föderation FSFI (Fédération Sportive Féminine Internationale), gegründet am 31. Oktober 1921.

  • Die britische Romanschriftstellerin Catherine Amy Dawson-Scott ruft am 5. Oktober die Vereinigung PEN ins Leben, mit dem Ziel eine weltweite Kommunikation unter Schriftstellerinnen und Schriftstellern zu ermöglichen sowie einen Beitrag zum Erhalt des Friedens zu leisten.

  • Am 2. November gründet die Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger die „American Birth Control League“ und bekämpft das Bundesgesetz, demzufolge jede Information über Verhütungsmittel strafbar ist.

  • Mahatma Gandhi fordert im Dezember die indischen Frauen zur Beteiligung am friedlichen Unabhängigkeitskampf Indiens gegen die britische Kolonialherrschaft auf. Der Kampf um die Unabhängigkeit Indiens bedeutet auch einen Kampf um die endgültige Befreiung der indischen Frau (gegen Kinderehe, Wiederverheiratung von Hindu-Witwen usw.).

  • Albert Einstein überreicht am 10.Dezember die Geldsumme, welche er für den Nobelpreis der Physik erhalten hat, seiner geschiedenen und in Zürich zurückgebliebenen Frau Mileva Marić , die entscheidend zur Entwicklung der Relativitätstheorie beitrug.