Viktoria Kofler

Namen und Abkürzungen
Kofler, V.
Todesjahr
1894
Berufe und Tätigkeiten
Arbeiterin, Zeitungsherausgeberin

Biografie

Viktoria Kofler ist eine der ersten Frauen, die innerhalb der Sozialdemokratie für eine Gleichstellung der Frauen eintreten. Sie beginnt mit dem 12. Lebensjahr zu arbeiten und ist fünffache Mutter. 1894 stirbt sie an Tuberkulose.

Am 8. März 1889 erscheint in der deutschen sozialistischen Frauenzeitschrift "Gleichheit" ein Aufruf von Viktoria Kofler. Dies wird Anstoß zur Gründung des Arbeiterinnen-Bildungsvereins in Wien, einer ersten Organisationsform der sozialdemokratischen Frauen.

1891 beim zweiten Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie nehmen erstmals drei Frauen als Delegierte teil: Viktoria Kofler und Alice oder Franziska Salomon für Wien und Niederösterreich sowie Fanny Malcher für Schlesien. Frauen sind im Parteileben und der –arbeit neu und fremd. Ressentiments der Genossen gegen Frauen werden manifest. Victor Adler wirft den Frauen ihre mangelnde Schulbildung vor. Viktoria Kofler kontert darauf, dass auch die Parteimänner nicht immer entsprechende Qualifikationen vorweisen können. Nach heftigen Debatten am Parteitag 1892 wird der neu entstandenen "Arbeiterinnen-Zeitung" schlussendlich eine weibliche Leitung zugestanden. Viktoria Kofler wird Herausgeberin der "Arbeiterinnen-Zeitung" bis zu ihrem frühen Tod.

Lydia Jammernegg

Lexikon

biografiA

Kofler Viktoria; Arbeiterin und Pionierin der Arbeiterinnenbewegung
Geb. ?
Gest. 1894
Herkunft, Verwandtschaften: Fünffache Mutter.
Laufbahn: Auf ihren Aufruf in der sozialistischen Wochenschrift „Gleichheit“ am 8. März 1889 hin wurde mit Unterstützung von Victor Adler am 29. Juni 1890 der Arbeiterinnen- Bildungsverein errichtet. Beim zweiten Parteitag der SDAP 1891 ist sie neben Alice Salomon die zweite teilnahmeberechtigte Frau. Von 1893 bis 1894 wirkte V. K. als Herausgeberin der am 1. Jänner erstmals erschienenen „Arbeiterinnen-Zeitung“.
Zitate: „[ …] Viktoria Kofler, eine Proletarierin, die von der Tuberkulose schwer gezeichnet war, aber eine Seele voll glühender Begeisterung für den Sozialismus und die Frauenbewegung besaß. Obwohl Mutter von fünf Kindern, scheute sie keine Mühe, um in einem kleinen Kreise gleichgesinnter Frauen für die Entstehung der sozialistischen Frauenbewegung zu arbeiten.“ (Aus: Popp, Adelheid: Der Weg zur Höhe. Wien 1929, S. 15 f.)

Publikationen

Arbeiterinnen-Zeitung sozialdemokratisches Organ für Frauen und Mädchen / hrsg. von Rudolf Pokorny u. Viktor Adler; ab 1893,1: Viktoria Kofler; ab 1894,9: Maria Krasa; ab 1900,3: Anna Boschek; ab 1919,22: Adelheid Popp. Für die Redaktion verantwortlich: Adelheid Popp-Dworak, ab 1919,22: Eugenie Brandl - Wien: Wiener Volksbuchh., 1892-1924
Online Zugriff / ÖNB 394591-D.Neu-Per
Kofler, V.: Der erste österreichische Frauentag und die Arbeiterinnen - In: Arbeiterinnen-Zeitung / hrsg. von Rudolf Pokorny u. Viktor Adler; ab 1893,1: Viktoria Kofler; ab 1894,9: Maria Krasa; ab 1900,3: Anna Boschek; ab 1919,22: Adelheid Popp. Für die Redaktion verantwortlich: Adelheid Popp-Dworak, ab 1919,22: Eugenie Brandl , Nr. 11 , 1892 , 3-5
Online Zugriff / ÖNB 394591-D.Neu-Per
Kofler, V.: Die Bildungsvereine und ihre Bedeutung für die Arbeiterinnen - In: Arbeiterinnen-Zeitung / hrsg. von Rudolf Pokorny u. Viktor Adler; ab 1893,1: Viktoria Kofler; ab 1894,9: Maria Krasa; ab 1900,3: Anna Boschek; ab 1919,22: Adelheid Popp. Für die Redaktion verantwortlich: Adelheid Popp-Dworak, ab 1919,22: Eugenie Brandl , Nr. 14 , 1892 , 2-4
Online Zugriff / ÖNB 394591-D.Neu-Per
Kofler, Viktoria: "Was soll aus unsern Töchtern werden?" - In: Arbeiterinnen-Zeitung / hrsg. von Rudolf Pokorny u. Viktor Adler; ab 1893,1: Viktoria Kofler; ab 1894,9: Maria Krasa; ab 1900,3: Anna Boschek; ab 1919,22: Adelheid Popp. Für die Redaktion verantwortlich: Adelheid Popp-Dworak, ab 1919,22: Eugenie Brandl , Nr. 4 , 1892 , 1-3
Online Zugriff / ÖNB 394591-D.Neu-Per

Quellen und Sekundärliteratur

Aus dem Leben einer klassenbewussten Arbeiterin - In: Arbeiterinnen-Zeitung / hrsg. von Rudolf Pokorny u. Viktor Adler; ab 1893,1: Viktoria Kofler; ab 1894,9: Maria Krasa; ab 1900,3: Anna Boschek; ab 1919,22: Adelheid Popp. Für die Redaktion verantwortlich: Adelheid Popp-Dworak, ab 1919,22: Eugenie Brandl , Nr. 10 , 1894 , 4-5
Online Zugriff / ÖNB 394591-D.Neu-Per

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