Anna Pölzl

Geburtsjahr
1872, Wiener Neustadt
Todesjahr
1947, Wien
Berufe und Tätigkeiten
Ärztin

Biografie

Anna Pölzl studierte Medizin und promovierte 1904 an der Universität Wien. 1909 wurde sie zur zweiten weibliche Sekundarärztin im Allgemeinen Krankenhaus in Wien nach Stephanie Weiss-Eder. 1910 übernahm sie den Posten der Schulärztin in den Schulen des Wiener Frauenerwerbvereines.

Arias: Die ersten Ärztinnen in Wien. - In: Töchter des Hippokrates, 55-78

Helga Hofmann-Weinberger

Lexikon

biografiA

Pölzl Anna Maria; Allgemeinmedizinerin und Schulärztin
Geb. Wr. Neustadt, NÖ, 13. 1. 1872
Gest. Wien, 9. 9. 1947
Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Maria, geb. Meyerhofer; Vater: Ignaz Pölzl, Universitätsprofessor; Schwester: verh. Schmid, nach dem Tod der Schwester nahm A. P. deren Sohn zu sich und zog ihn auf.
Ausbildungen: 1892 Absolvierung der Lehrerinnenbildungsanstalt Wien, Prüfung für Volksschulen, 1893 Lehrerinnenprüfung für Bürgerschulen; 1899 externe Matura am Akademischen Gymnasium Wien, 1899 Immatrikulation an der philosophischen Fakultät der Universität Wien, 1900 –1904 Studium der Medizin an der Universität Wien.
Laufbahn: A. P. unterrichtete bis 1900 als Bürgerschullehrerin. Sie war zentral an den bürokratischen Verhandlungen um die Zulassung der Frauen zum Medizinstudium beteiligt und studierte 1900 –1904 als erste Frau ausschließlich in Wien Medizin. Von 1905 –1907 arbeitete sie als Aspirantin im Allgemeinen Krankenhaus und wurde 1908 der erste weibliche Sekundararzt Österreich-Ungarns. 1909 eröffnete sie eine Praxis für Allgemeinmedizin auf der Wieden, leitete außerdem Kurse an der Krankenpflegerinnenschule des Allgemeinen Krankenhauses Wien und wurde 1910 der erste weibliche Schularzt Österreichs, und zwar an den Schulen des Wiener Frauenerwerbvereins. Von 1911–1939 war sie Fabriksärztin der Tabakfabrik in Wien-Ottakring. 1925 wurde sie Schulärztin in der Mädchenmittelschule in Wien 6. und 1931 Schulärztin an der Schule für wirtschaftliche Frauenberufe. 1939 ging sie in den Ruhestand.
Ausz.: Titel „Medizinalrat“.
W.: „Über menstruelle Veränderungen des Blutbefundes. In: Wiener Klinische Wochenschrift, 23. Jg., Nr. 7“ (1910), „Kleinzystische Degneration der Ovarien als wahrscheinliche Ursache unstillbarer Genitalblutungen. In: Wiener Klinische Wochenschrift, 25. Jg., Nr. 17“ (1912), „Wie ich Ärztin wurde. Manuskript“ (o. J.), „Zur Hygiene der Hausfrau. Manuskript“ (1945).

Publikationen

Pölzl, Anna: Neue Berufswege für die weibliche Jugend - In: Die Österreicherin / hrsg. vom Bund österreichischer Frauenvereine. Für die Schriftleitung verantw.: Eugenie Palitschek; ab 1932,8: Marianne Hönig; ab 1932,9: Ernestine Fürth , Nr. 6 , 1931 , 1-2
Online Zugriff / ÖNB 609120-C.Neu-Per

Quellen und Sekundärliteratur