Funktionen und Mitgliedschaften
Biografie
Seit 1899 unterrichtete Leopoldine Schuster an einer Sprachschule in der Babenbergerstraße in Mödling. Nachdem die Leiterin erkrankte, übernahm sie die Leitung der Sprachschule.
1900 wurde die gesetzliche Grundlage für die Errichtung von Mädchen-Lyzeen geschaffen. Leopoldine Schuster entschloss sich zur Gründung einer solchen Schule. Diese wurde die erste Einrichtung für eine höhere Mädchenbildung in Niederösterreich. 1901 eröffnete die erste Klasse des Mädchen-Lyzeums in Mödling.
Leopoldine Schuster unterrichtete von Beginn bis 1930 im Lyzeum Sprachen. Zudem übernahm sie viele administrative Tätigkeiten und trug als Schulinhaberin auch die finanzielle Verantwortung, bis die Schule und das Lehrpersonal in staatliche Verwaltung übernommen wurden.
verwendete Literatur und Quellen:
Jahresbericht des öffentlichen Mädchen-Lyzeums in Mödling
Lexikoneinträge
biographiA
Schuster Leopoldine
Lehrerin, Schulleiterin und -gründerin
Geb. Innsbruck, Tirol, 26.10.1868
Gest. Mödling, NÖ, 22.2.1947
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Bahnbeamter.
Ausbildungen: Staatsprüfung in Französisch, später Französisch- und Germanistikstudium an der Universität Wien (1908 Abschluss in Französisch, 1911 Lyzeallehramtsprüfung).
Laufbahn: L. Sch. unterrichtete nach der Staatsprüfung an einer privaten Sprach- und Fortbildungsschule in Mödling, die sie 1900 nach dem Tod der bisherigen Inhaberin zur Gänze übernahm. Als im selben Jahr die Schulform des sechsklassigen Mädchenlyzeums geschaffen wurde, entschloss sie sich, selbst ein derartiges zu gründen und eröffnete 1901 in einer Mödlinger Privatwohnung die erste Klasse eines Mädchenlyzeums. Während die Direktion vorerst von dem Mittelschulprofessor und späteren Reichsratsabgeordneten August Maria Kemetter übernommen wurde, hatte L. Sch. eine Mehrfachbelastung zu bewältigen, sorgte ohne eigenes finanzielles Vermögen für die Erhaltung des Lyzeums, unterrichtete selbst als Supplentin Französisch, führte daneben noch die Sprachschule ein paar Jahre lang weiter und holte das Studium an der Universität Wien nach, sodass sie ab 1911 auch Deutsch lehren konnte. Mit großen persönlichen Opfern und durch zahllose Bittgänge schuf sie einen Schulbauverein und einen Verein zur Förderung des Mädchenlyzeums, weshalb schon 1905 ein Schulhaus für die rasch expandierende Schule, seit 1904 mit Öffentlichkeitsrecht, fertiggestellt und bezogen werden konnte. L. Sch. verzichtete 1908 auf die Inhaberschaft und überließ sie dem Verein zur Erhaltung und Förderung des Mädchen-Lyzeums. Sie erhielt dafür ab 1911 die definitive Anstellung und übernahm die ehrenamtliche Funktion einer Direktions-Adjunktin. Trotzdem war die finanzielle Sicherstellung der Schule nur mit großen Sparmaßnahmen aufrechtzuerhalten. Erst ab 1921 wurde die Schule durch Übernahme einzelner Lehrkräfte in den Bundesdienst staatlich unterstützt und L. Sch. pragmatisiert. Sie unterrichtete bis 1930, wobei sie aber ab 1926 krankheitshalber nur eine eingeschränkte Lehrverpflichtung übernehmen konnte, und trat 1931 in den Ruhestand.
Ausz.: 1919 Professortitel, 1932 Titel Reg. Rat.
biograph. Mitteilungen, Hinweise: Mitteilungen Wilhelmine Zohar und Charlotte Christine Schütz, beide Mödling, NÖ.
Qu.: AVA, UA Wien.
L.: Mayer/Meissner/Siess 1955, ÖBL, Schütz 1952, Wolf 1979/80, Mödlinger Nachrichten 1.3.1947
Österreichisches biographisches Lexikon
Schuster, Leopoldine (1868-1947), Pädagogin
Schuster Leopoldine, Pädagogin. Geb. Innsbruck (Tirol), 26. 10. 1868; gest.Mödling (NÖ), 22. 2. 1947. Tochter eines Bahnbeamten. S. legte die Staatsprüfung aus Französ. ab und unterrichtete an einer privaten Sprach- und Fortbildungsschule in Mödling, die sie 1900 nach dem Tod der bisherigen Inhaberin zur Gänze übernahm. Als im selben Jahr die Schulform des sechsklassigen Mädchenlyzeums geschaffen wurde, entschloß sich S., selbst ein derartiges zu gründen, und eröffnete 1901 in einer Mödlinger Privatwohnung die erste Klasse eines Mädchenlyzeums. Während die Dion. vorerst von dem Mittelschulprof. und späteren Reichsratsabg. August Maria Kemetter übernommen wurde, hatte S. eine Mehrfachbelastung zu bewältigen: Ohne eigenes finanzielles Vermögen hatte sie für die Erhaltung des Lyzeums zu sorgen, unterrichtete selbst als Supplentin Französ., führte daneben auch noch die Sprachschule einige Jahre lang weiter und holte ferner auch das Französ.- und Germanistikstud. an der Univ. Wien nach (1908 Abschluß in Französ., 1911 Lyzeallehramtsprüfung), sodaß sie ab 1911 auch Dt. lehren konnte. Unter größten persönl. Opfern und auf zahllosen Bittgängen schuf sie einen Schulbauver. und einen Ver. zur Förderung des Mädchenlyzeums, weshalb schon 1905 ein Schulhaus für die rasch expandierende Schule, die 1904 zudem das Öffentlichkeitsrecht erhalten hatte, fertiggestellt und bezogen werden konnte. S. verzichtete 1908 auf die Inhaberschaft, die sie dem Ver. zur Erhaltung und Förderung des Mädchen-Lyzeums überließ, erhielt dafür die def. Anstellung (ab 1911) und übernahm die ehrenamtl. Funktion einer Dion.Adjunktin. Trotzdem war die finanzielle Sicherstellung der Schule nur mit großen Sparmaßnahmen aufrechtzuerhalten. Erst ab 1921 konnte staatl. Unterstützung durch die Übernahme einzelner Lehrkräfte in den Bundesdienst erreicht werden, wobei S. die erste war, die pragmatisiert wurde. 1919 wurde S. der Prof.-Titel verliehen, sie unterrichtete noch bis 1930, wobei sie jedoch ab 1926 krankheitshalber nur eine eingeschränkte Lehrverpflichtung übernehmen konnte, trat 1931 i. R. und wurde 1932 mit dem Titel Reg.Rat ausgez.