Betty Kolm

Namen und Abkürzungen
Breisach, Berta (Geburtsname)
Kolm, Berta
Geburtsjahr
19.05.1866, Wien
Todesjahr
16.09.1946, Buenos Aires (Argentinien)
Berufe und Tätigkeiten
Sozialarbeiterin, Vereinsfunktionärin

Funktionen und Mitgliedschaften

Lexikon

ÖBL

Kolm Berta (Betty), geb. Breisach, Sozialarbeiterin. * Wien, 19. 5. 186; + Buenos Aires (Argentinien), 16. 9. 1946. Die sehr gebildete Tochter eines Bankiers lernte während eines Aufenthaltes in London (1902) soziale Fürsorgeeinrichtungen kennen und war nach ihrer Heimkehr bemüht, ähnliche in Wien einzurichten. Ihre mehr als 20 Jahre währende Stellung als Vizepräs. (ab 1909) des 1901 gegründeten Ver. "Settlement" und ein großes Organisationstalent ermöglichten ihr dies. 1912 kam es zur Gründung eines "Kuratoriums zur Speisung hungernder Schulkinder" in Wien, das in vielen Bezirken Schulausspeisungsstellen einrichtete. K. organisierte die Aufbringung der finanziellen Mittel und gewann fähige Mitarbeiterinnen, die als freiwillige Helferinnen die Ausspeisungsstellen leiteten oder kraft ihrer gesellschaftlichen Stellung das "Kuratorium" in seinen Bestrebungen unterstützten. Als nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914) die Gemeinde Wien die verschiedenen bestehenden Ausspeiseaktionen in eine Gesamtorganisation zusammenfaßte, wurde auch K. an führender Stelle eingesetzt. Nach Kriegsende (1918) widmete sich diese verdienstvolle Frau den verschiedenen sozialen Aufgaben des "Settlement", besonders der Schutzaufsicht über Jugendliche, die wegen Rechtsübertretungen "in Bewährung" standen. Die mit den Jahren zunehmende Kränklichkeit veranlaßte K. ihre soziale Tätigkeit allmählich einzuschränken und 1937 aufzugeben. Längere Zeit lebte sie - völlig verarmt - in Wien, 1940 folgte sie ihrer Tochter nach Argentinien.

biografiA

Kolm Berta, Betty, geb. Breisach; Sozialarbeiterin
Geb. Wien, 19. 5. 1866
Gest. Buenos Aires, Argentinien, 16. 9. 1946
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Bankier.
LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet, eine Tochter.
Laufbahn: B. K. lernte 1902 während eines Aufenthaltes in London soziale Fürsorgeeinrichtungen kennen und war nach ihrer Heimkehr bemüht, ähnliche in Wien einzurichten. Noch im selben Jahr begann sie ihre Tätigkeit im 1901 gegründeten Verein „Wiener Settlement“, der diverse stadtteilbezogene Fürsorgeprojekte entwickelte, ab 1909 war sie Vizepräsidentin des Settlement. Die Settlement-Frauen organisierten in Wien Ottakring u. a.: Mütterberatung, Kinderhorte, Tagesheimstätten, Mädchenheime, Spielnachmittage, Sportgruppen, Trinkerfürsorge, Ferienkolonien, Altenbetreuung, Klubabende, Ausflüge, Feste, Theatergruppen und Kinderausspeisungen. 1912 gründete sie das „Kuratorium zur Speisung hungernder Schulkinder“, das in vielen Bezirken Schulausspeisungsstellen einrichtete. Sie organisierte die Geldbeschaffung sowie freiwillige Helferinnen für die Ausspeisungsstellen und Unterstützung für das Kuratorium durch Frauen, die eine höhere gesellschaftliche Position hatten. 1914 beteiligte sie sich an der von der Gemeinde organisierten Zusammenfassung der Ausspeisungsaktionen. Nach 1918 organisierte und betreute B. K. im Settlement vor allem die Schutzaufsicht über Jugendliche auf Bewährung. 1937 beendete sie aus gesundheitlichen Gründen ihre Sozialarbeit, lebte verarmt zunächst weiterhin in Wien und folgte 1940 ihrer Tochter nach Argentinien.

Quellen und Sekundärliteratur