Honorata Zap-Wisniowski

Namen und Abkürzungen
Zapova, Honorata
Wiśniowských, Honorata (Geburtsname)
Wišniowská-Zapová (Ehename)
Geburtsjahr
5.04.1825, Sňatyn (Galizien)
Todesjahr
4.01.1856, Prag
Berufe und Tätigkeiten
Schriftstellerin, Übersetzerin

Funktionen und Mitgliedschaften

Spolek Slovanek Gründerin

Biografie

Honorata Wišniowská ist gebürtige Polin und wird 1825 in Galizien geboren. Mit 16 Jahren heiratet sie den Tschechen Karel Zap, einen Beamten der Habsburgermonarchie, und übersiedelt nach Prag.

Sie lernt Tschechisch und veröffentlicht 1844 ihre erste literarische Arbeit in der Zeitschrift „Kwěty“. Außerdem übersetzt sie diverse polnische Bücher ins Tschechische und wird so zu einem Bindeglied zwischen polnischer und tschechischer Literatur – auch wenn sie selbst nur wenige Arbeiten publiziert. Mit der Zeit kommt sie in Kontakt mit tschechischen Schriftstellerinnen wie Božena Němcová, Karolina Světlá, Bohuslava Rajská und Anna Hlavsová.

Sie beteiligt sich an der Gründung einer Bildungseinrichtung für Mädchen in Prag. Es gelingt ihr, die dafür notwendigen Mittel zu beschaffen, und das Institut wird im Herbst 1855 eröffnet, zu Jahresende, kurz vor ihrem Tod jedoch wieder geschlossen, nach dem der Förderer Josef Wenzig verstirbt.

Zusammen mit Františka Amerlingová initiiert sie die Gründung des Demokratischen Verein der Slawinnen (Spolek Slovanek), der ersten Frauenvereinigung, die in Folge der Revolution von 1848 entsteht. In die tschechische Geschichtsschreibung geht Honorata Zapová als eine Vorläuferin tschechischen feministischen Denkens ein – wie Fournier Kiss und Jensterle-Dolezal schreiben: als Gründerin eines ersten tschechischen Frauenververeins und einer Mädchenbildungseinrichtung.

In ihren Tagebuchaufzeichnungen aus den 1850er Jahren, in polnischer Sprache verfasst, stellt Zapová die Unauflöslichkeit der Ehe in Frage, beklagt die "minderwertige" Position von Frauen in der Ehe und fordert für Mütter gleiche Rechte wie für Väter, hinsichtlich des Sorgerechts für Kinder. Horonata Zapová bringt in vierzehn Jahren sieben Kinder zur Welt - vier von ihnen sterben früh, sie selbst im Alter von 30 Jahren an Tuberkulose.

Fournier Kiss, Jensterle-Dolezal: Prague as a Cultural Center for Slavic Women Writers

Anna Di-Lena

Publikationen

Zap-Wisniowski, Honorata: Nezabudky : dar nasim pannam (Vergiß mein nicht) / - Prag: Dominikus, 1859
Online Zugriff / ÖNB 164600-A.Neu

Quellen und Sekundärliteratur

Links