Biografie
Aurelia Roth stammte aus einer Arbeiterfamilie in Nordböhmen und musste schon als Kind zum Erwerbseinkommen der Familie beitragen. Sie war die jüngste von drei Schwestern. Nach dem Tod des Vaters begann sie mit 14 Jahren als Glasschleiferin zu arbeiten. Sie selbst bezeichnete sich als „Proletarierkind armer böhmischer Glasschleifer“.
Im „Gedenkbuch 20 Jahre österreichische Arbeiterinnenbewegung“ schildert sie die Arbeitsbedingungen in der Schleifmühle: die niedrigen Löhne, die nicht ausreichten; den gesundheitsgefährdenden Staub, der beim Glasschleifen entstand und zu Krankheit und Tod führen konnte.
An ihrem Arbeitsplatz kam sie in Kontakt mit der Sozialdemokratie und schloss sich der Arbeiterinnenbewegung an. Im Mai 1890 konstituierte sich eine gewerkschaftliche Ortsgruppe von GlasarbeiterInnen in Dessendorf (Desná) in Nordböhmen, wo Aurelia Roth tätig war. Sie war unter den ersten Mitgliedern der Ortsgruppe.
1896 kam es zu mehreren Versammlungen von Arbeiterinnen in der Region in denen sie als Rednerin und Agitatorin für die Sozialdemokratie eine Rolle spielte. An der ersten sozialdemokratische Frauenreichskonferenz 1898 in Wien (siehe: Frauenzentralkomitee der SDAPÖ) nahm Aurelia Roth als Delegierte für das Isergebirge (Jizerské hory) teil.
Aurelia Roth war verheiratet und hatte fünf Kinder von denen nur ein Sohn das Erwachsenenalter erreichte.
verwendete Literatur und Quellen:
Roth: Eine Glasschleiferin - In: Gedenkbuch 20 Jahre österreichische Arbeiterinnenbewegung, 52-61
Versammlungsberichte : Dessendorf - In: Arbeiterinnen-Zeitung 1896, Nr. 6, 19
Vom Damals zum Heute - In: Neue Zeit, 1949, Nr. 135, 10