Amalie von Saint-George

Namen und Abkürzungen
Saint-George, Amalia von
Geburtsjahr
18.01.1829, Karlsruhe
Todesjahr
?
Berufe und Tätigkeiten
Kunststickerin, Lehrerin, Schriftstellerin, Publizistin

Funktionen und Mitgliedschaften

Lexikon

Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftstellerlexikon

SAINT-GEORGE Amalia v., I. Schellinggasse 1, geb. Karlsruhe, 18. Jänner 1829, wurde im Lafontaine-Institut zu Karlsruhe erzogen, lernte auch die französische, englische und polnische Sprache, absolvirte nach dem Ableben ihres Gatten die k. k. Fachschule für Kunststickerei in Wien mit Auszeichnung, wurde sofort am 16. Sept. 1881 als Lehrerin und am 1. Febr. 1900 zur Leiterin dieser Anstalt ernannt. Ist Mitarbeiterin der "Wiener Mode" speciell zur Ausarbeitung von Lehrcursen der verschiedenen Stickereiarten. Bisher sind im Druck erschinen die Lehrcurse: "Goldstickerei", "Leinenstickerei", "Tambourarbeit", "Einfache Buntstickerei", "Nadelmalerei"; war früher Mitarbeiterin von "Lady''s World", verfasste das vom k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht approbirte Lehrbuch "Die Kunst der Goldstickerei", war Mitarbeiterin des Lehrbuches "Zeichenkunst" von Professor Kimmich; unterrichtet an der k. k. Kunststickerschule in der figuralen Nadelmalerei, besitzt österr. Orden und die Allerhöchste Anerkennung; erhielt vom Niederösterr. Frauen-Gewerbeverein das Ehrendiplom mit der gold. Med., bei der Pariser Weltausstellung 1900 die silb. Med., wurde auch bei allen anderen Ausstellungen, an welchen sie sich betheiligte, prämiiert.

biografiA

Saint-George Amalie von; Frauenrechtsaktivistin
Geb. Karlsruhe, Baden, Deutsches Reich (Deutschland), 18. 1. 1829
Gest. ?
LebenspartnerInnen, Kinder: Witwe des Ober-Ingenieurs G. H. von Saint-George.
Ausbildungen: Lafontaine-Institut, Karlsruhe; nach dem Ableben ihres Gatten ab 1877 Besuch der k. k. Fachschule für Kunststickerei in Wien mit Stipendium, Abschluss mit Auszeichnung.
Laufbahn: Nach Abschluss der Ausbildung 1881 sofort als Lehrerin an der Fachschule angestellt, später wird sie stellvertretende und schließlich 1900 Leiterin der Anstalt. Mitarbeit bei der englischen Zeitschrift „Ladys world“ und Zeitschrift „Wiener Mode“.
Ausz.: Besitzt österreichische Orden, 1895 goldenes Verdienstkreuz, Ehrendiplom mit der goldenen Medaille des Niederösterreichischen Frauen-Gewerbevereins.
W.: „Die Kunst der Goldstickerei. Nebst einer Anleitung zur Verwendung der Goldstickerei in Verbindung mit Application (1896, vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht approbiertes Lehrbuch)

Lexikon deutscher Frauen der Feder

Saint-George, Frau Amalie v., Wien I, Himmelpfortgasse 19, geboren in Karlsruhe (Baden), ist die Witwe des Ober-Ingenieurs G. H. von Saint-George. Sie hat eine ausgezeichnete Erziehung genossen, ohne jedoch für ihren dermaligen Beruf ausgebildet worden zu sein. Erst als ihr der Gatte durch den Tod entrissen wurde, entschloss sie sich, einen Beruf zu wählen. Im Jahre 1877 besuchte A. v. S.-George die k. k. Fachschule für Kunststickerei in Wien, und wurde nach kurzer Zeit, als sich bei ihr ausgesprochenes Talent für dieses Fach zeigte, von der Regierung mit einem Stipendium bedacht, welches sie bis zu ihrer vollkommenen Ausbildung bezog. Nach fünfjährigen Studien absolvierte sie sämtliche Fächer mit Auszeichnung, und wurde sofort als Lehrerin an dere k. k. Fachschule für Kunststickerei in Wien angestellt. Seit sieben Jahren ist sie Stellvertreterin der Leiterin der Anstalt, und Vorsteherin der höchsten Klasse, welche die Aufgabe hat, grössere kunsttechnische Arbeiten in Nadelmalerei, Goldstickerei, Applikations- und Phantasiearbeiten auszuführen. Im März 1895 wurde ihr vom Kaiser von Österreich das goldene Verdienstkreuz verliehen. Ihre schriftstellerischen Leistungen sind ausschliesslich dem Lehrfache der Kunststickerei gewidmet. Den ersten Versuch bildeten die Arbeiten für die englische Zeitschrift "Ladys world" in London. Seit jener Zeit befasst sich A. v. S.-George ausschliesslich mit Abfassung von Lehrkursen für die Zeitschrift "Wiener Mode" in Wien. Bereits im Drucke erschienen sind, seit Juni 1890 fünf Lehrkurse, für Goldstickerei, Leinenstickerei, Tambourirarbeit, einfache Buntstickerei, Nadelmalerei. Im Juni 1896 erschien "die Kunst der Goldstickerei" welche vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht als Lehrbuch für Kunststickereischulen approbiert wurde.

Publikationen

Wiener Mode offizielles Organ des Hauses der Mode / - Wien: , 1888-1945
ÖNB 394035-D.Neu-Per

Quellen und Sekundärliteratur