Margarete Jodl

Namen und Abkürzungen
Förster, Margarete (Geburtsname)
Jodl, Margarethe
Geburtsjahr
11.08.1859, Dresden
Todesjahr
14.03.1937, Wien
Berufe und Tätigkeiten
Schriftstellerin, Vereinsfunktionärin

Funktionen und Mitgliedschaften

Erster Wiener Frauenklub Mitbegründerin, Präsidentin

Biografie

Margarete Jodl wird in Dresden als Tochter eines Schriftstellers und Kunstexperten und einer Kammersängerin geboren. 1882 heiratet sie den aus München stammenden Philosophen und Psychologen Friedrich Jodl, der sich stark für die Volksbildung und eine areligiöse staatliche Pflichtschule einsetzt. Sie steht ihrem Mann als Mitarbeiterin zur Seite.

Margarete Jodl hat Verbindungen zur Frauenbewegung. Am 15. November 1900 wird der Erste Wiener Frauenklub unter ihrem Vorsitz eröffnet.

Nach dem Tod ihres Mannes 1914 war sie weiterhin volksbildnerisch engagiert und wirkt im Vorstand und später als Ausschussmitglied des Wiener Volksbildungsvereins. Drei von ihr herausgegebene Bände widmen sich dem Lebenswerk von Friedrich Jodl.

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Österreichisches biographisches Lexikon

Helga Hofmann-Weinberger

Lexikon

Österreichisches biograpisches Lexikon

Jodl Margarete, geb. Förster, Schriftstellerin. * Dresden, 11. 8. 1859; + Wien, 14. 3. 1937. Tochter des Kunstschriftstellers Karl Förster. Stand ihrem Gatten, dem Philosophen Friedrich J., mit dem sie seit 1882 verheiratet war, mit kongenialem Verständnis helfend zur Seite. Die Gründung des ersten Wr. Frauenklubs war eine dankenswerte Pionierarbeit, der noch kein Erfolg beschieden war, aber schon 1903 wurde der "Neue Frauenklub" gegründet.

biografiA

Jodl Margarete, geb. Förster; Übersetzerin, Herausgeberin und Sachschriftstellerin
Geb. Dresden, Sachsen (Deutschland), 11. 8. 1859
Gest. Wien, 14. 3. 1937
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Karl Förster, Kunstschriftsteller, Experte für alte Kunst; Mutter: Sophie Förster, geb. Ebel, Kammersängerin.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1882 Heirat mit Dr. Friedrich Jodl (1849–1914), Philosoph und späterer Universitätsprofessor in Wien, Mitbegründer und langjähriger Obmann des Wiener Volksbildungsvereines.
Ausbildungen: M. J. erhielt nach dem Umzug ihrer Eltern nach München die übliche Mädchenerziehung.
Laufbahn: M. J. übersetzte u. a. Werke der Schriftstellerin Olive Schreiner und war weiters „kongeniale Hilfe für den Gatten“ (ÖBL). Laut Buchegger (2002) war sie „als seine Sekretärin eine verlässliche und vor allem verständnisvolle Partnerin“. M. J. war wissenschaftlich und kulturell sehr interessiert. Durch Reisen nach Holland, Deutschland und Italien konnte sie ihre Kenntnisse von Land und Leuten und auch ihr künstlerisches und wissenschaftliches Wissen erweitern, wobei ihr Hauptinteresse zunächst der Malerei galt. Ihre schriftstellerische Begabung benützte sie, um dem Lebenswerk ihres 1914 verstorbenen Mannes ein Denkmal zu setzen. Daneben hatte sie sich als sprachgewandte und feinsinnige Übersetzerin bewiesen. M. J. war Mitbegründerin des Ersten Wiener Frauenklubs (1900). Im Wiener Frauenklub wurden Vortrags- und Diskussionsabende sowie Ausstellungen veranstaltet. Frauen hatten die Möglichkeit Bibliothek, Spielzimmer und Speisesaal auch tagsüber in Anspruch zu nehmen. 1902, vor seiner Auflösung aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, gehörten dem Club 780 Mitglieder an. M. J. war im Rahmen des Wiener Frauenklubs bekannt u. a. mit der Schriftstellerin Marie (Mizi) Franzos, die im Klub als Bibliothekarin fungierte, mit Marie Lang (Vizepräsidentin) und Bertha Weiss (Clubleiterin). Ausschussmitglied des Wiener Volksbildungsvereines.
W.: „Biographie: Friedrich Jodl, sein Leben und Wirken, dargestellt nach Tagebüchern und Briefen“ (1920), „(Hg,): Bartholomäus von Carneris Briefwechsel mit Ernst Haeckel und Friedrich Jodl 1870 –1908“ (1922). Übersetzungen: „Olive Schreiner: Träume. Autorisierte Übersetzung“ (1894)

Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft

Jodl, Margarete, Schriftstellerin, ist die Witwe nach dem verstorbenen Pionier des allgemeinen Volksbildungswesens, dem Mitbegründer und langjährigen Obmann des Wiener Volksbildungsvereines, Dr. Friedrich J., dessen Wirken als Gelehrter an unserer Universität und Technik unvergeßlich ist. - In Dresden am 11. August 1859 als Tochter des angesehenen Experten für alte Kunst, Kunstschriftstellers und Rates Carl Förster und dessen Gattin, der Kammersängerin Sophie F., geb. Ebel, geboren, wurde ihr in München, wohin die Eltern gezogen waren, die übliche Mädchenerziehung zuteil. Nach ihrer Verheiratung mit Dr. J., dem späteren Universitätsprofessor in Wien, stand sie ihm auch als Sekretärin treu zur Seite und nahm regen Anteil an seinen wissenschaftlichen und kulturellen Bestrebungen. Reisen nach Holland, England, in Deutschland und Italien benützte sie zur Vervollkommnung ihrer Kenntnisse von Land und Leuten, der verschiedenen Geistesprobleme, der künstlerischen und wissenschaftlichen Richtungen, wobei ihr Hauptinteresse zunächst der Malerei galt. Ganz selbständig entwickelte sich dabei ihre schriftstellerische Begabung, die sie in erster Reihe dazu benützte, dem Lebenswerk ihres frühverstorbenen Gatten ein Denkmal zu setzen: "Friedrich Jodl, sein Leben und Wirken, nach Tagebüchern und Briefen" (Cotta 1920) und "Bartholomäus von Carneris Briefwechsel mit Ernst Haeckel und Friedrich Jodl" (Koehler 1922) geben ein lebendiges Bild von der Persönlichkeit ihres Gatten. Daneben hat sie sich auch als sprachgewandte und feinsinnige Übersetzerin erwiesen. Aus dem Englischen hat sie Olive Schreiner "Dreams" ins Deutsche übertragen ("Träume", Cottasche Handbibliothek). - Sie ist auch heute noch Ausschußmitglied des Wiener Volksbildungsvereines, wo sie im Geiste ihres im Jahre 1914 verstorbenen Gatten wirkt. - Wohnung: XIX., Reithlegasse 13.

Publikationen

Quellen und Sekundärliteratur

Links