Berta Katscher

Geburtsjahr
12.06.1860, Trentschin
Todesjahr
16.09.1903, Budapest
Berufe und Tätigkeiten
Schriftstellerin, Übersetzerin

Lexikon

biografiA

Katscher Berta, Ps. Ludwig Ungar, Albert Kellner, Ludwig Koelle, Ludmilla Koelle (Koelli); Schriftstellerin, Kinderbuchautorin, Übersetzerin und Feuilletonistin
Geb. Trentschin, Mähren (Trenčín, Slowakei) 12.6.1860
Gest. Budapest, Ungarn, 16.9.1903
Als sie zwei Jahre alt war, starb ihre Mutter. Ihre älteste Schwester übernahm die Erziehung und ging dabei sehr streng mit dem Kind um. Märchen bedeuteten dem kleinen Mädchen später sehr viel. Es erfand selbst welche und erzählte sie ihren Freundinnen. Später kam B.K. zu Pflegeeltern und musste ihnen, als sie 13 Jahre alt war, in die Herzegowina folgen. Dort war sie zumeist im Haushalt beschäftigt. Das änderte sich jedoch nach ihrer Eheschließung, denn ihr Mann wollte eine Schriftstellerin zur Frau haben. Sie heiratete 1881ihren Vetter Leopold Katscher (Schriftsteller, 30.8.1853–25.2.1939). Ihre ersten beiden Arbeiten erschienen in der „Frankfurter Zeitung“ und der Wiener Zeitschrift „Die Heimat“. Sie unternahm zu dieser Zeit viele Reisen und hielt sich zeitweise auch in London auf. Dies regte sie zu ethnografischen Skizzen an. Diese Beiträge veröffentlichte sie unter anderem in der „Wiener Mode“, in der „Münchener Allgemeinen“, in der „Leipziger Illustrierten“, in der „Leipziger Zeitung“ und im „Bazar“. Später beschäftigte sie sich in ihren Werken mit ernsteren Themen und setzte sich für den Tierschutz und für die Friedensidee ein, schrieb gegen Justizirrtümer und gegen Spiel- und Trunksucht. B.K. begann auch an der Zeitschrift „Die Waffen nieder“ von Bertha von Suttner mitzuarbeiten. Ihre Friedensbestrebungen flossen auch in ihre Kinder- und Jugendbücher ein. Nebenbei war sie als Übersetzerin aus dem Englischen und Ungarischen für bedeutende Zeitschriften tätig und verfasste Kritiken für mehrere literarische Blätter. Zahlreiche Novellen, Humoresken, Feuilletons und Kritiken erschienen unter ihren Pseudonymen. Ihre Arbeiten geben tiefen Einblick in das gesellschaftliche Leben Österreichs um die Jahrhundertwende. Seit ihrer Verheiratung hatte B.K. in London, Berlin, Baden bei Wien und Wien gewohnt, ab 1897 lebte sie in Budapest.
W. : „Hermann Vamberys Leben und Reiseabenteuer. Der Jugend erzählt“ (1892), „Soldatenkinder. Eine Erzählung für die reife Jugend“ (1897), „Die Studentin“ (1900), „Die Kunst Mensch zu sein. Herzensworte“ (1887, mit E.J. Hardy), „Fremdartige Geschichten. Der Wirklichkeit frei nacherzählt“ (1902), „Die Stychovs. Zeitroman aus dem Leben“ (1903), „Gebüßt Dresden“ (1917 Residenz Bücher Nr. 6)
L.: Bettelheim 1897–1917, Eisenberg 1893, Giebisch/Pichler/Vansca 1948, Giebisch/Gugitz 1964, Heuer 1992, Jaksch 1929, Keckeis/Olschak 1953/54, Kürschner 1936, ÖBL, Pataky 1898, Wininger 1925

Publikationen

Katscher, Berta: Amor im Schnee oder: Der Schlitten als Heiratsvermittler / - Wien: , o.J.
ÖNB 86643-A.Neu.19
Katscher, Berta: In der Löwengrube : Haremsgeschichte / - Wien: , o.J.
ÖNB 86643-A.Neu.22
Katscher, Berta: Wie ich zu einem Gatten kam : Quarantänehumoreske / - Wien: , o.J.
ÖNB 86643-A.Neu.8
Katscher, Berta: Herzensschläge : Humoreske : Meine Verirrung : Tragikomische Geschichte / - Wien: , o.J.
ÖNB 86643-A.Neu.1-5
Katscher, Berta: Weihnachtsgeschichten / - Wien: , o.J.
ÖNB 86643-A.Neu.10
Katscher, Berta: Soldatenkinder : eine Erzählung für die reifere Jugend / - Stuttgart: Süddeutsches Verl.-Inst, 1897
ÖNB 1974249-B.Neu
Katscher, Berta: Die Studentin : Original-Erzählung / - Wien: , o.J.
ÖNB 424915-B.Neu-Per.14

Quellen und Sekundärliteratur