Funktionen und Mitgliedschaften
Biografie
Anna Nickel stammte aus einer ArbeiterInnenfamilie, hatte zahlreiche Geschwister und begann als Zwölfjährige in einer Textilfabrik in Bodenbach zu arbeiten.
In Österreich-Ungarn engagierte sie sich in der Sozialdemokratischen Partei Österreichs. Ab 1908 war sie Mitglied und zeitweise Vorsitzende des Landesfrauenkomitees der SDAP Böhmens.
Nach der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei mit dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde Perthen Mitglied der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) und die erste Vorsitzende des Frauenausschusses der Partei. Bei den Parlamentswahlen 1920 durften Frauen in Böhmen erstmals wählen. Anna Perthen wurde zusammen mit Božena Ecksteinová-Hniličková und Emma Marie Herzig in den Senat der Tschechoslowakischen Nationalversammlung gewählt. Sie waren die ersten tschechoslowakischen Senatorinnen.
In den 1920er Jahren gab Anna Perthen außerdem die Zeitung "Die Sozialdemokratin. Organ der deutschen sozialdemokratischen Frauen und Mädchen in der tschechoslowakischen Republik", die später in „Gleichheit“ umbenannt wurde, heraus
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie in die Sowjetische Besatzungszone vertrieben, wo sie im Jahre 1957 starb.
verwendete Literatur und Quellen:
Die Zweite Deutschböhmische Frauenkonferenz - In: Arbeiterinnen-Zeitung, 19 (1910), Nr. 20, 1-2
Eine neue sozialistische Frauenzeitung in der Tschechoslowakei - In: Salzburger Wacht, 13. August 1927, Nr. 185, 2
Frauenkonferenz der deutschen Genossinnen in der Tschechoslowakei - In: Die Frau, 41 (1932), Nr. 12, 4-6
Perthen: Der Anfang in Bodenbach - In: Gedenkbuch 20 Jahre österreichische Arbeiterinnenbewegung, 113-116